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Tag 7, 2014-05-03

Vom Ural auf Ural 2014

Die Nacht im Ural war nicht enttäuschend, wir schliefen unter Millionen von Sternen.

In der Früh sind alle Wasserlachen gefroren, genauso wie unser Trinkwasser in den Kanistern und alle unsere Knochen.

Wir bereiten heiße Getränke zum Frühstück, die Sonne kommt raus und alles erwärmt sich, wir trocknen unsere Sachen vom nassen Vortag.

Die Motorräder starten beim ersten Druck auf den Starterknopf, den Motorrädern ist es egal, dass wir noch immer Winter haben. Gut so.

Wir machen eine Aufwärmrunde und noch einmal versuchen wir jemanden in den Häusern zu finden. Aber da ist niemand.

 

Auch wir verlassen nun das verlassene Dorf. Wir schließen unsere Batterieladegeräte an die beim Ural Modell Ranger serienmäßig vorhandene Steckdose und setzen uns auf die Schotterstraße Richtung Westen.

 

Die Motoren schaffen unsere voll beladenen Seitenwagen ganz gut, wir driften mit dem dritten Gang um die Kurven, dass sich die Stollenreifen so richtig biegen. Wir spüren die höhere Leistung der Einspritzmotoren gegenüber der Vergaserversion. Die Motoren brauchen etwas zeit um warm zu werden, aber dann laufen sie ruhig und gleichmäßig.

 

Plötzlich taucht vor uns der Hauptkamm der Ural Berge auf (Uralskij chrebet). Schneebedeckte Gipfel! Eisiger Wind weht uns entgegen. Die Szenerie ist großartig.

 

 

Aber das verheißt Probleme. Im nächsten Dorf warnt man uns, unser Weg sollte besser wieder zurück sein. In einer Garage hinter einem Dorfladen kaufen wir etwas Benzin und schon fahren wir weiter Richtung Bergkamm. Wir wollen besser nicht hinterfragen welchen Fusel wir hier als Benzin verkauft bekommen haben, aber den Motoren schmeckt der Saft offenbar.

 

Am Ortsende belbien wir noch einmal stehen und fragen noch einmal nach dem Weg. Und ja, es könnte schon eventuell sein, dass wir den Scheitel des Urals erreichen könnten, welcher ja die Grenze zwichen Europa und Asien darstellt, aber genau weiß man gar nichts. Wir fahren halt einfach einmal los. Es werden uns erwarten riesige Seen auf der Straße, extrem dreckige Bedinungen, jeden Menge Offroad Stellen. Uns freut das.

 

Und wirklich: Wir durchpflügen Badewannen, gerne ohne Probleme, das Wasser schadet offensichtlich und Gottseidank den Einspritzelementen nicht, dem Motorrad sowieso nicht, obwohl wir die Zylinder manchmal vollstädnig unter Wasser setzen.

 

Die Kupplung arbeitet auch unter Wasser ganz gut, das beruhigt.

 

Der neue hydraulische Lenkungsdämpfer absorbiert Schläge sehr gut, wir können selbst auf leichten Gelände einhändig fahren.

 

Wir überqueren eine Brücke, links und rechts davon sind die Birken von Bibern gefällt worden. VDer Wasserspiegel ist verdammt knapp unter der Brücke. Wenn es noch einmal regnet sit die Brücke überschwemmt.

Nun führt die Straße direkt in den Fluß, die Straße ist hoffnungslos überflutet.

Lubos watet mutig ins Wasser um die Tiefe auszuloten, da rutscht er auch schon aus und wird von den Fluten mitgerissen, Gottseidank kann er sich halten. Eisschollen treiben den Fluß herunter. Die Wassertiefe ist ein Meter. Es ist unmöglich für unsere Gespanne zu queren. Wir gönnen uns eine Tasse heißen Kaffee und kehren also einsichtig um.

 

Schnell fahren wir zurück. Die Motorräder reagieren gut auf unsere Manöver. Die Sachs Stoßdämpfer arbeiten gut. Die Motoren erfreuen uns mit einem breiten Drehzahlband.

 

So kommen wir ins altbekannte Dorf zurück. Wir kaufen im Dorfladen Lebensmittel und machen uns auf in die Taiga einen Zeltplatz zu suchen für die Nacht.

 

Natürlich verfahren wir uns wieder hoffnungslos. Das Wasser rundherum steigt, der Weg zurück ist uns nun auch versperrt, wir sind also eingeschlossen vom Wasser. Wir suchen einen etwas höher gelegenen Platz im Wald und finden einen Platz unter Pinien. Schauen wir einmal was morgen passieren wird. Und es beginnt wieder zu regnen.

 

Wahrscheinlich ist es noch viel zu früh über die Evaluierung der neuen Urals zu sinnieren. Aber die Impressionen der ersten Tage sind durchaus positiv. Der Motor hat sehr gutes Drehmoment schon aus dem Drehzahlkeller und erlaubt uns in niedrigen Gängen zu fahren.

 

Die Bremsen taugen uns nicht besonders, aber man muß sagen, dass wir sie ja noch kaum gebraucht haben. Dieses Thema wird sicher interessant, wenn wir einmal richtig ins Bergabfahren kommen werden.

Die Motorräder sind bis jetzt standfest, wir hatten eigentlich nur die Feineinstellung der Beiwagengeometrie zu korrigieren und die hintere Bremse einzustellen.

Großartig sind die Heizgriffe. Diese Wunderdinger haben guten Anteil daran, dass wir den gestriben Sauwettertag überlebt haben.

 

 

Wir können noch keine großartigen Kilometerleistungen vorweisen. Es war aber am Beginn unserer Reise gar nicht das Ziel, dass wir großartig Kilometer fressen. Wir werden den Tacho am Ende unserer Reise ablesen.

Aktualisierung: 2014/05/06 - 07:26 / Redakteur: UralCC webmaster
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